Wird Vorkasse das neue Kauf-auf-Rechung im eCommerce?

Wenn ich mir so die Erfahrungen und Kostenstrukturen vieler Händler mit Bezahldienstanbietern, insbesondere aus dem Bereich Rechnungskauf, ansehe, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass manch ein Online-Händler darüber nachdenken sollte, beim Bezahlen per Vorkasse ein paar Prozent Skonto zu geben. Die andere Dienste kosten ihn ja auch Geld, warum nicht diesen Preisvorteil an den Kunden weitergeben?
Hintergrund meiner Überlegungen ist, das ja seit dem 01.01.2012 der § 675s des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) in Kraft getreten ist. Dieser regelt die Ausführungsfristen für Online-Überweisungen und Überweisungen in Papierform innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Demnach müssen Banken dafür sorgen, das Online-Überweisungen innerhalb eines Werktages ausgeführt werden. Auch die Überweisungen in Papierform müssen nun innerhalb von 2 Werktagen gutgeschrieben werden.
Im Normalfall verschicken Onlinehändler gegen Vorkasse erst dann die Ware, wenn der Betrag auf dem  Shopkonto gutgeschrieben wurde. Da das nun schneller geht, sollte doch das Bezahlen per Vorkasse wieder interessanter werden, sowohl für die Händler als auch für die Onlinekäufer. Viele Shops bieten durch Gütesiegel und echte Kundenmeinungen schon eine gewisse Sicherheit an, das die im Voraus bezahlte Ware auch wirklich ankommt. Nicht in jedem Fall wird also eine weitere Sicherheit durch ein ePayment-Anbieter notwendig sein, vor allem dann, wenn Kunde und Shop sich schon durch vorherige Bestellungen kennen.

Skonto bei Vorkasse gewähren

Als Betreiber eines Online-Shops haben Sie viele Kostenfaktoren und Aspekte die geregelt und geprüft werden müssen. Beim Kauf auf Rechung gehen i.d.R. ca. 5% des Warenkorbs an die Firma die Ihnen diese Forderung abgekauft hat. Außerdem müssen Sie auch einige Tage auf Ihr Geld warten, da es ja zunächst auf dem Konto des Kauf-auf-Rechung-Anbieters landet.
Ein paar Prozent Skonto könnten den ein oder anderen Online-Shopper sicherlich davon überzeugen per Vorkasse zu bezahlen. Auf Ihr Geschäftskonto müssen Sie sowieso mehrfach täglich schauen, der Mehraufwand hält sich folglich in Grenzen. Jeder Bezahlvorgang der nicht über eine ePayment-Lösung stattfindet, spart bei Ihnen Geld. Bei vielen Shopsystemen können Sie einfach Skonto bei gewissen Zahlarten einräumen, natürlich die Hinweistexte bei den entsprechenden Shopseiten nicht vergessen.

Überlebenskampf im Online-Handel wird härter

Für 2012 gehe ich davon aus, dass der Überlebenskampf von kleinen Händlern immer schwieriger wird. Beim Weihnachtsgeschäft 2011 haben vor allen Dingen die großen und bekannten Online-Shops profitiert. Oft liegt das an der Verfügbarkeit von Waren und der Zusicherung bis Heiligabend. Einige Händler haben auch gezielt Gutscheine für eine versandkostenfreie Lieferung im November und Dezember in Umlauf gebracht, oder haben Ihre Versandkostengrenze reduziert oder den Express-Versand zum Preis des Standardversand angeboten. Alles Maßnahmen, die man als kleiner bis mittelständischer Shop gründlich überlegen muss. Aber auch das gesamte Online-Marketing dürfte nicht einfacher werden. Das Suchmaschinen-Marketing wird immer teuer das es mehr Anbieter gibt, die die gleichen Keywords buchen. Die Suchmaschinenoptimierung wird immer komplexer und immer notwendiger. Ein Kostenfaktor den viele Händler nicht oder nicht richtig einkalkuliert haben. Werbung in sozialen Netzwerken ist oft mit Fehlversuchen gekennzeichnet, kostet also ggf. viel Geld und bringt wenig Umsatz, zumindest nicht zeitnah. Coupons und mobile Shopping finden Verbraucher immer spannender, auch ein Bereich, den eher die großen Shops neu bespielen können. Bis Erfahrungswerte für kleinere Händler vorliegen kann es für manch einen schon zu spät sein. Fernsehwerbung, egal ob zwischen den Spielfilmen oder als Sponsoring von dubiosen Gewinnspielen, ist ebenfalls nicht günstig, wird aber von großen Portalen und Shops dennoch gerne gebucht. Gleiches gilt z.T. auch für Radiowerbung.

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