Endgeräte-bezogene Preispolitik von eShops

Wer mit seinem Tablet oder Smartphone online einkauft, zahlt oft zwischen 10 und 40% mehr beim gleichen Händler für dasselbe Produkt!

Das Onlinehändler tatsächlich eine Preispolitk auf das Endgerät des Nutzers ausgerichtet haben, ist m.E. unfassbar und ziemlich kurzsichtig. Wer mit dem Tablet einkauft, zahlt mehr hat die Verbraucherzentrale NRW herausgefunden. Neben dem Beitrag vom WDR-Fernsehen finden Sie dazu auch noch einen Hörbeitrag bei 1Live. Gleiches gilt offenbar für den Online-Einkauf über Ihr Smartphone. Der Gedanke der hinter dieser Taktik steht ist der folgende: Besitzer von Tablets und Smartphones, egal von welchem Hersteller, haben angeblich mehr Geld und sind nicht so preisbewusst.

Tatsächlich gibt es Studien die diese Annahmen scheinbar belegen, da die Einkaufshäufigkeit und die Größe der Warenkörbe bei dieser Käufergruppe höher sind im Vergleich zu den Shoppern, die über Notebooks und Desktops im Internet einkaufen. Leider muss ich den Aussagegehalt dieser Studien nun mit Kenntnis dieser Preisphilosophie ein wenig anzweifeln, da z.B. die größeren Warenkörbe auch auf höhere Preise speziell für das Endgerät zurückzuführen sein könnten. Denn: Wie lange haben diese Händler schon diese absurde Preispolitik? Hat der eine Shop vom anderem Wettbewerber abgekupfert? Oder gar Preisabsprachen getroffen? Wie auch immer es angefangen hat, allein den Gedanken finde ich pervers!

Vertrauen in Onlineshops

Beim Onlineshoppen geht es aus meiner Sicht vorrangig um Vertrauen, um den Aufbau einer Marke und um langfristige Kundenbeziehungen mit nachhaltigen Strategien. Bei dem ein oder anderen Shop wundere ich mich nun auch nicht mehr über die hohen Retourenwerte. Auch wer mehr verdient, will nicht mehr für ein und dasselbe Produkt im gleichen Shop bezahlen und schickt diese Bestellung wahrscheinlicher wieder zurück, dank Widerrufsrecht kein Problem. Das Verhalten dieser Händler kann ich in absolut keiner Weise nachvollziehen. Für mich haben diese Shops und Marken jetzt schon (ein wenig) verloren, zumindest mich als Kunden, weil gleich mehrere Shops dabei sind, bei denen ich auch Kunde war. Aber es geht mir auch um das Prinzip der Gleichheit und Fairness, und um das ehrbare Unternehmertum!

Preisvergleiche wieder vermehrt gefragt

Die Verbraucherzentrale NRW rät zurecht dazu, Preise vor dem Einkauf in einem Onlineshop auf Marktplätzen und Shopping-Portalen zu vergleichen. Das kommt mir als einem der Betreiber der Onlinepreisvergleiche Wir-Lieben-Preise und Wir-Lieben-Vitamine natürlich gerade recht ;) Nachdem das Thema in den letzten Jahren nach und nach ein wenig an Bedeutung verloren hat und jeder sich auf Google-Shopping stürzt, war es fast anzunehmen, das der Besuch mehrerer Preissuchmaschinen sich schon bald wieder für den Sparer bzw. normalen Onlineshopper lohnen wird. Denn schließlich ist davon auszugehen, das die Händler bei den Preisvergleichsportalen die günstigsten Preise einstellen. Zumal wir bei Wir-Lieben-Preise auch eine mobile Version anbieten. Dann wäre es natürlich fatal, wenn sich der Preis von unserem Preisvergleich beim Besuch des Shops deutlich erhöht, oder das Angebot in der mobilen Version des Shops gar nicht verfügbar ist.

Auch das hat es laut der Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW gegeben. Ebenso die unglaubliche Tatsache, das häufige Besuche eines Angebots in einem Shop dazu führen können, das der Preis sich erhöht. Das Interesse scheint da zu sein, also wird an der Preisschraube gedreht. Beim Buchen von 2 Flügen habe ich selbst vor ein paar Jahren dieses Erlebnis gehabt, obwohl die Anzahl der verfügbaren Plätze unverändert war. Der Tipp der Verbraucherzentrale NRW dazu lautet: Regelmäßig die Cockies löschen und dem Shop vorgaukeln ein neuer Besucher zu sein. In der Realität sieht es doch wohl anders aus, zumal der ein oder andere sicherlich gar nicht weiß wie das geht, oder was Cockies sind. Gerade bei Browsern von Tablets und Smartphones sind diese Einstellungen oftmals versteckt. Und selbst wenn ein Nutzer es kann und weiß wird er oder sie es eventuell zwischendurch vergessen…

Folgen für Händler

Auf jeden Fall müssen sich Shopbetreiber darauf einstellen, wieder in mehreren Preisvergleichsseiten mit ihren Produkten zu präsentieren, um ausreichend neue Kunden für ihren Shop zu gewinnen. Außerdem könnten sich die Retouren häufen, wenn Händler keine aktuellen und fairen Produktpreise offerieren. Denn spätestens nach dem Erhalt der Ware kommt die Kaufreue und ein kurzer Preisvergleich. Den Markt im Blick zu haben und die Preise der Wettbewerber zu vergleichen, macht noch mehr Sinn als zuvor. Für Endverbraucher und für Onlinehändler!

Fazit

Sie betreiben einen Shop? Dann sollten Sie sich ein stimmiges und faires Geschäftsmodell überlegen. Versetzen Sie sich in Ihre Käufer und potentiellen Kunden. Fragen Sie sich ganz ehrlich, was Sie selbst von Ihrem Shop erwarten würden. Es ist inzwischen schwer genug um mit einem Onlineshop richtig Fuß zu fassen, und es wird auch 2014 und danach nicht leichter. Vertauen aufzubauen ist ein langer und anstrengender Weg. Vertrauen zu verlieren kann heute durch soziale Netzwerke innerhalb weniger Tage zum Ende Ihres Geschäfts führen. Wenn Ihnen das klar ist und Sie ein ehrbarer Kaufmann bzw. Unternehmer sind, dann werden Ihnen sicherlich bessere Geschäftsmodelle einfallen.

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